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Vorhofohrverschluss und Herzseptumverschluss
Der Vorhofohrverschluss ist eine Therapiemöglichkeit, um bei Vorhofflimmern einen Schlaganfall zu verhindern. Dazu wird eine Aussackung des linken Herzvorhofs, das so genannte Vorhofohr, mit einem Schirmchen (Okkluder) verschlossen. Der Eingriff kommt vor allem bei Patienten in Frage, die keine gerinnungshemmenden Mittel (Antikoagulanzien) bekommen können. Im Vorhofohr bilden sich die meisten Blutgerinnsel, die einen Schlaganfall bedingen können.

Eine ebenfalls mögliche vergleichbare Methode ist der Herzseptumverschluss. Dieser kann bei Patienten vorgenommen werden, die an einer offenen Verbindung zwischen den Herzvorhöfen leiden (Foramen ovale) und deshalb ein erhöhtes Blutgerinnsel- und Schlaganfallrisiko haben.

Wann wird ein Vorhofohrverschluss oder Herzseptumverschluss durchgeführt?

Der Schlaganfall ist eine mögliche Komplikation eines Vorhofflimmerns. Deshalb ist bei einem bestehenden Vorhofflimmern eine wirksame Vorbeugung von Schlaganfällen wichtig. Vorhofflimmern bedeutet, dass der Herzvorhof viel zu schnell schlägt und sich ungeordnet mehr als 350 Mal in der Minute kontrahiert. Beim Vorhofflimmern besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden. Ein Blutgerinnsel kann über das Herz und die Aorta (Hauptschlagader) in die Arterien gelangen und dort einen Gefäßverschluss (Embolie) verursachen. Besonders hoch ist das Risiko für einen Schlaganfall, also einen Gefäßverschluss, der die Blutversorgung des Gehirns betrifft.

Die Prophylaxe von Schlaganfällen geschieht beim Vorhofflimmern normalerweise mit einer medikamentösen Therapie. Die Blutgerinnung wird gehemmt (Antikoagulation), so dass sich keine Blutgerinnsel (Thromben) bilden. Bei einigen Patienten ist dies aber nicht möglich, vor allem wenn das Blutungsrisiko zu hoch ist. Sie brauchen eine andere Therapie. Eine moderne Möglichkeit ist der Vorhofohrverschluss mit einem Schirmchen (Okkluder). Schätzungsweise 90 Prozent der gefährlichen Blutklümpchen (Thromben) entstehen nämlich im Vorhofohr. Das Vorhofohr ist eine Ausbuchtung am Herzvorhof, die an ein Ohr erinnert, und hat keine besondere Funktion. Mit dem Vorhofohrverschluss lässt sich verhindern, dass die Gerinnsel sich absetzen und in die Arterien gelangen.

Ein offenes Foramen ovale steht ebenfalls im Verdacht, über Blutgerinnsel Schlaganfälle auszulösen. Das offene Foramen ovale ist eine offene Stelle in der Scheidewand zwischen den Herzvorhöfen, die aufgrund einer Fehlentwicklung bei einigen Menschen bestehen bleibt. Die Öffnung kann mit einem Schirmchen verschlossen werden.

Durchführung des Vorhofohrverschlusses beziehungsweise des Herzseptumverschlusses

Der Vorhofohrverschluss wird über einen Rechtsherzkatheter ermöglicht. Der Herzkatheter wird nach örtlicher Betäubung über eine Vene, meist an der Leiste, in die Blutbahn eingeführt. Die Spitze des Herzkatheters wird unter Röntgendurchleuchtung in das Herz weitergeschoben. Vom rechten Herzvorhof aus wird die Vorhofscheidewand durchstochen, so dass das Vorhofohr im linken Vorhof gut erreicht wird. Dort kann das Kunststoffschirmchen (Okkluder) aufgespannt und eingesetzt werden. Es entsteht eine Barriere zwischen dem Herzohr und dem Rest des Vorhofs. Der Schirm verhindert damit, dass mögliche Blutgerinnsel aus dem Vorhofohr herauskommen können. Allmählich wächst der Schirm im Herzgewebe ein.

Der Herzseptumverschluss bei offenem Foramen ovale geschieht auf ähnliche Weise.

Mögliche Komplikationen beim Vorhofohrverschluss oder Vorhofseptumverschluss

Die Behandlung durch Vorhofohrverschluss über einen Herzkatheter beinhaltet ebenfalls Risiken, wenn auch das Blutgerinnsel- und Schlaganfallrisiko deutlich reduziert wird. Im Vergleich zur Medikamentengabe (Antikoagulation) besteht auch ein geringeres Risiko für Blutungen. Beim Kathetereingriff können unter anderem Infektionen oder allergische Reaktionen entstehen. Möglich ist auch eine gefährliche Flüssigkeitsansammlung oder Blutung um das Herz herum (Perikarderguss). Ein weiterer Eingriff kann erforderlich werden, manchmal ist eine Herzoperation notwendig.

Erfolgsaussichten des Vorhofohrverschlusses

Der Vorhofohrverschluss ist ein recht neues Verfahren, bei dem die Studienergebnisse noch keine abschließende Beurteilung ermöglichen. Sicher ist, dass eine effektive Verhinderung von Schlaganfällen mit der Maßnahme gelingt. Die zunehmende Etablierung der Methode führt auch dazu, dass in den letzten Jahren die Rate an Komplikationen gesunken ist.

Zum Herzseptumverschluss gibt es widersprüchliche Studienergebnisse, doch auch hier scheinen Schlaganfälle verhindert werden zu können.

Information

Der Vorhofohrverschluss ist eine Therapiemethode aus der Kardiologie, einem Teilbereich der Inneren Medizin.