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Transkutane Sauerstoffpartialdruckmessung (tcpO2)

Die transkutane Sauerstoffpartialdruckmessung ist eine Untersuchung, mit der der Sauerstoffgehalt im Gewebe bestimmt werden kann. Auf diese Weise lassen sich Rückschlüsse ziehen, ob die Durchblutung am Bein über die kleinen Blutgefäße intakt ist oder vermindert ist. Abgekürzt wird das Verfahren der transkutanen Sauerstoffpartialdruckmessung auch als tcpO2 bezeichnet. Die Messung geschieht über Sensor-Elektroden, die auf die Haut aufgebracht werden. Sie sind mit Kabeln an das Gerät zur Sauerstoffpartialdruckmessung angeschlossen und messen den Überschuss an Sauerstoffteilchen an der Haut, was als Sauerstoffspannung bezeichnet wird.

 

Wann wird eine transkutane Sauerstoffpartialdruckmessung durchgeführt?

Die transkutane Sauerstoffpartialdruckmessung eignet sich zur Beurteilung von Erkrankungen der Blutgefäße, vor allem der kleineren Gefäße. In der Praxis wird die Messung in den meisten Fällen an den Beinen durchgeführt, denn diese sind häufig von Gefäßkrankheiten betroffen. Insbesondere beim Unterschenkel-Geschwür (Ulcus cruris) wird die transkutane Sauerstoffpartialdruckmessung angewendet, um den Zustand zu beurteilen. Letztendlich können die Heilungschancen eines Patienten bei diesem Krankheitsbild abgeschätzt werden. Auch kann die Messung eingesetzt werden, um den Verlauf bei einer Behandlung zu beurteilen.

 

Funktionsweise der transkutanen Messung des Sauerstoffpartialdruckes

Gewöhnlicherweise wird der Sauerstoffpartialdruck an zwei Stellen des Körpers gemessen, um einen Vergleich des erkrankten mit dem gesunden Gewebe ziehen zu können. Die typische Messung findet deshalb zum einen am Fußrücken und zum anderen gleichzeitig an einer anderen Körperstelle am Rumpf statt.

 

Zur optimalen Messung der Sauerstoffspannung (Sauerstoff-Überschuss) an der Haut muss die Messsonde auf 45°C aufgewärmt werden. Der Grund dafür ist, dass bei dieser Temperatur die Durchblutung besonders stark ist (maximale Hyperämie) und die höchsten Werte des Sauerstoffpartialdruckes ermittelt werden können.

 

Messwerte des Sauerstoffpartialdruckes gelten als relativ günstig, wenn sie über 40 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) liegen. Wunde Stellen können dann normalerweise noch abheilen. Sind die Werte niedriger als 20 mmHg, dann sind die Heilungsaussichten größtenteils kritisch. Werte unter 10 mmHg lassen keine Heilung der Wunden mehr erwarten. Auch der Quotient zwischen den Werten, die am Bein und einem anderen Körperbereich gemessen werden, spielt eine Rolle. Beträgt der Quotient unter 0,4 dann liegen die Heilungschancen unter 10 % und somit sehr ungünstig.

 

Wie läuft die transkutane Sauerstoffpartialdruckmessung (tcpO2) ab?

Der Sauerstoffpartialdruck wird in Ruhe bestimmt, bei vielen Patienten auch unter Belastung (z. B. auf dem Fahrradergometer oder Laufband). Die Elektroden werden auf 45°C aufgeheizt und an der Haut befestigt. Die Sauerstoffspannung kann nun gemessen werden. Eventuell muss der Patient Anweisungen des Untersuchers nachgehen wie z. B. Bewegungen ausführen.

 

Aussagekraft und Ergebnisse der transkutanen Sauerstoffpartialdruckmessung

Die transkutane Sauerstoffpartialdruckmessung (tcpO2) lohnt sich bei einigen speziellen Umständen. Ganz besonders ist sie bei Unterschenkelgeschwüren (Ulcus cruris) sinnvoll. Hier kann der weitere Krankheitsverlauf gut abgeschätzt werden. Auch schwere Störungen des Bluttransports in den feinen Gefäßen (Kapillaren) können mittels tcpO2 aussagekräftig untersucht werden. Bei verschiedenen anderen Durchblutungsstörungen der Beine hat die transkutane Sauerstoffpartialdruckmessung hingegen keinen diagnostischen Vorteil gegenüber Methoden wie der Druckmessung am Knöchel oder an den Zehen.

 

Die Messergebnisse können manchmal deutlich abgefälscht sein, weil auch Umstände wie die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit, die Gewebetemperatur und die allgemeine Kreislauf- und Atemfunktion eine Rolle spielen.

 

Information

Die transkutane Sauerstoffpartialdruckmessung (tcpO2) ist eine Untersuchung aus dem Fachgebiet der Gefäßchirurgie.