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Schmerztherapie
Schmerztherapie ist ein weitreichender Begriff, der zunächst alle Maßnahmen umfasst, die bei Patienten Schmerzen reduzieren. Meist ist im engeren Sinne die Therapie von chronischem Schmerz gemeint. Dieser kann zu einem hartnäckigen Problem werden und noch dann fortbestehen, wenn die ursächliche Erkrankung bereits längst geheilt ist. Es entsteht ein Schmerzsyndrom (Schmerzkrankheit). Um diese Schmerzen in den Griff zu bekommen, kann ein Schema von verschiedensten Maßnahmen durchgeführt werden. Die wichtigsten Methoden umfassen die Anwendung von Medikamenten und die physikalische Therapie.

Wann wird eine Schmerztherapie durchgeführt?

Wie der Name sagt, dient eine Schmerztherapie der Linderung von Schmerzen. Gemeint ist damit normalerweise die Behandlung von chronischen Schmerzen. Akute Schmerzen haben in aller Regel eine Krankheit oder Verletzung als Ursache, dagegen ist die ursächliche Erkrankung oder Verletzung bei chronischen Schmerzen oft gar nicht mehr vorhanden. Wenn sich der Schmerz verselbstständigt, wird von einem Schmerzsyndrom oder einer Schmerzkrankheit gesprochen. Um den hartnäckigen Schmerz zu bekämpfen, kommt die Schmerztherapie zum Einsatz.

Schmerzsyndrome sind im orthopädischen Bereich des Körpers häufig. Sie finden sich am Rücken oder auch am Arm oder am Bein. So können Bandscheibenvorfälle, Rheuma, Gelenkverschleiß (Arthrose), Nervenstörungen (Neuralgie), Muskelstörungen (Myalgie) oder Infektionskrankheiten (z. B. Gürtelrose) die Grundlage für die Schmerzen sein. Außerdem sind Kopfschmerzen verschiedener Art häufig chronisch. Betroffene werden durch ein Schmerzsyndrom stark belastet. Teils sind für sie schon geringfügige Berührungen oder Temperaturunterschiede schmerzhaft.

Anwendung der Schmerztherapie

Eine Schmerztherapie richtet sich zum einen nach der Ursache, die gegebenenfalls mit den ärztlichen Untersuchungen festgestellt wurde. Zum anderen werden Behandlungsansätze angewendet, die die Schmerzen selbst oder das Schmerzsyndrom bekämpfen. Ein wesentlicher Anteil der Schmerztherapie sind die Medikamente, doch es gibt auch viele andere Methoden.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat als Empfehlung zur medikamentösen Schmerztherapie ein Stufenschema herausgegeben. Es beinhaltet drei Stufen, die beschreiben, bei welcher Stärke der Schmerzen welche Mittel zum Einsatz kommen. In der Stufe 1 werden meist NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) gegeben, zu denen beispielsweise Ibuprofen, Diclofenac oder ASS gehören. Sie wirken gegen Schmerzen und hemmen Entzündungen. In der Stufe 2 werden bereits schwache Opioide wie Codein oder Tilidin (mit Naloxon) gegeben und zusätzlich Medikamente aus Stufe 1. In der Stufe 3 sind es starke Opioide wie Morphin oder Fentanyl, die zusätzlich zu Mitteln aus Stufe 1 angewendet werden. Manchmal werden gegen Schmerzen Lokalanästhetika (örtliche Betäubungsmittel) angewendet.

Die Medikamente können in verschiedenen Verabreichungsformen angewendet werden, beispielsweise als Flüssigkeit zum Einnehmen, als Tabletten, als Injektion, Infusion oder auch über ein Pflaster. Bei Medikamenten ist zu beachten, dass sie eine Reihe von Nebenwirkungen haben können. Die meisten Opioide fallen beispielsweise unter das Betäubungsmittelgesetz, weil sie mehr oder weniger stark abhängig machen können. Der Arzt wägt immer ab, ob ein Einsatz der Medikamente gerechtfertigt ist.

Neben den Medikamenten gehören zu den vielen Methoden, die zur Schmerzbehandlung eingesetzt werden, folgende Möglichkeiten:
  • Bewegungstherapie
  • Krankengymnastik
  • Massage
  • Elektrotherapie (Schmerzbehandlung mit Strom)
  • Thermotherapie (Behandlung durch Wärme oder Kälte)
  • Psychotherapie, Verhaltenstherapie
  • Autogenes Training
  • Akupunktur
  • Hypnose
  • Alternativmedizinische Ansätze
  • Spritze zur Nervenblockade
  • Operationen (unter anderem OP an Nerven)

Außerdem sollten Schmerzpatienten auf eine geeignete, gesunde Lebensführung achten. Die Schmerztherapie muss oftmals über eine lange Zeit durchgeführt werden.

Information

Die Schmerztherapie ist eine Behandlung, die in verschiedenen medizinischen Fachbereichen eine Rolle spielt, so unter anderem in der Orthopädie.