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Lichtreflexionsrheographie (LRR)

Die Licht-Reflexions-Rheographie (LRR) ist ein Messverfahren von außen, um die Funktion der Venen zu prüfen. Die Untersuchung wird auch als Photoplethysmographie (PPG) bezeichnet. Am sitzenden Patienten wird mit Hilfe eines Sensors und mit Infrarotlicht gemessen, wie sich die Venen bei Bewegung der Beine leeren und wieder füllen. Zur Untersuchung gehört, dass der Patient seine Beine aktiv bewegt. Mit der Lichtreflexionsrheographie sind Rückschlüsse möglich, ob der Bluttransport der Venen normal ist.

 

Wann wird eine Lichtreflexionsrheographie (LRR) durchgeführt?

Die Lichtreflexionsrheographie eignet sich vor allem dazu, einen Menschen auf Venenveränderungen hin abzuklären (Screening). Sie kann zur Beurteilung von Schäden der Venenklappen und von Krampfadern durchgeführt werden. Diese Venenmessung kommt auch zur Kontrolle bei schon länger bestehenden sowie bei behandelten Venenleiden zum Einsatz.

 

Wie funktioniert die Lichtreflexionsrheographie (LRR)?

Die Lichtreflexionsrheographie geschieht mit einem Gerät, das Infrarotlicht aussendet. Infrarot bezeichnet Wellenlängen, die größer sind als diejenigen des sichtbaren Lichtspektrums. Das Infrarotlicht wird von verschiedenen Strukturen innerhalb des Körpers in einem bestimmten Ausmaß zurückgeworfen. Insbesondere spielt die Füllung der Venen unter der Haut eine Rolle dabei, wie viel Infrarotlicht reflektiert wird. Die reflektierten Strahlen werden mit dem Gerät wieder aufgenommen und verarbeitet.

 

Hauptsächlich wird gemessen, wie schnell die Venen nach der Ausführung der geplanten Bewegungen wieder vollständig mit Blut gefüllt sind. Als normal gilt eine Wiederauffüllzeit von 25 Sekunden oder höher. Je schneller das Blut in die Venen zurücksackt, umso ausgeprägter ist die venöse Funktionsstörung.

 

Ablauf und Durchführung der Lichtreflexionsrheographie (LRR)

In der Regel sitzt der Patient während der Venenmessung mittels Lichtreflexionsrheographie. Die Unterschenkel sind leicht ausgestreckt (110-Grad-Stellung). Der Sensor des Gerätes wird auf die Haut gebracht, ohne dass ein Druck ausgeübt wird. Die übliche Stelle liegt zehn Zentimeter oberhalb des Knöchels an der Innenseite des Unterschenkels. Diese Hautstelle sollte keine Schäden aufweisen. In einem vorgegebenen Takt zieht der Patient einige Male die Füße nach oben, damit im Körper die sogenannte Muskelpumpe betätigt wird, die den Transport des Blutes in den Venen unterstützt. Die gemessenen Werte der Lichtreflexionsrheographie werden vom Gerät aufgezeichnet und können in Kurvenform angesehen werden.

 

Zur weiterführenden Diagnostik kann die Untersuchung mittels Lichtreflexionsrheographie auch in anderen Positionen des Patienten vorgenommen werden. So kann der Test auch am stehenden oder liegenden Patienten oder nach Positionsänderung auf dem Kipptisch erfolgen. Auch kann eine LRR-Untersuchung an der Außenseite des Unterschenkels oder am Fuß aufschlussreich sein.

 

Auffällige Werte werden weiter überprüft, indem mit einem Stauschlauch die oberflächlich verlaufenden Venen zwischenzeitlich abgedrückt werden (Tourniquet-Test). Hiermit wird überprüft, ob die tiefen Venen funktionsfähig sind.

 

Mögliche Risiken bei der Lichtreflexionsrheographie

Die Untersuchung beinhaltet keine Risiken.

 

Ergebnisse und Nutzen

Die Lichtreflexionsrheographie (LRR) oder Photoplethysmographie (PPG) erlaubt orientierende Aussagen über die Funktion der Venen. Insbesondere kann herausgefunden werden, ob die Venenklappen hinreichend funktionieren. Gegebenenfalls sind neben der Venenmessung weitere Untersuchungen wie z. B. Ultraschall notwendig, um die Venenschwäche abschließend zu beurteilen. Einige Störungen wie Hautschäden, Bewegungseinschränkungen im Sprunggelenk oder Arteriosklerose können das Ergebnis der LRR verfälschen, was bei der Bewertung berücksichtigt werden muss.

 

Information

Die Lichtreflexionsrheographie (LRR) ist eine Untersuchungsmethode aus der Gefäßchirurgie.