Teilen:
  • Folgen Sie uns auf Instagram
Seite drucken
Kontakt
Schrift kleiner
mittlere Schriftgröße
Schrift größer
Seite empfehlen
Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)
Die elektrophysiologische Untersuchung (EPU) am Herz ist eine Untersuchung der Herzströme von innen. Dieses Untersuchungsverfahren erfolgt über einen Herzkatheter (Rechtsherzkatheter). Die elektrophysiologische Untersuchung entspricht einer EKG-Untersuchung (Elektrokardiographie), nur dass bei der EPU die Messabnahme direkt innerhalb des Herzens geschieht und nicht von außerhalb des Körpers. Das Herz besitzt ein Erregungsleitungssystem, das einen rhythmischen Impuls erzeugt und weiterleitet und die Herzbewegung (Kontraktion) steuert. Der Impuls kann als elektrischer Strom gemessen werden. Die EPU ermöglicht es damit, Herzrhythmusstörungen genau zu beurteilen.

Wann wird die EPU (Elektrophysiologische Untersuchung) am Herz durchgeführt?

Die elektrophysiologische Untersuchung (EPU) erfolgt zur Beurteilung von Herzrhythmusstörungen ungeklärter Ursache, die mit anderen Untersuchungen wie dem EKG nicht genau genug abgebildet werden können. Die Elektroden der EPU befinden sich im Herzen und ermöglichen es, den Ort und die Ursache der Störung exakt zu bestimmen. Einige unterschiedliche Rhythmusstörungen können einen Anlass geben, eine EPU durchzuführen. Dazu gehören sowohl Formen von zu langsamem Herzrhythmus (Bradykardie) als auch von zu schnellem Rhythmus (Tachykardie) sowie weitere Störungen.

Funktionsweise der EPU (Elektrophysiologische Untersuchung)

Für die elektrophysiologische Untersuchung muss ein Herzkatheter gelegt werden. Es handelt sich um einen Rechtsherzkatheter, der über Venen in den rechten Herzvorhof und die rechte Herzkammer befördert wird. Über den Katheter werden Elektroden durch die Blutgefäße in das Herz eingeführt und dort an bestimmten festgelegten Stellen positioniert. Die zwei bis vier Elektroden befinden sich dann am Erregungsleitungssystem. Die Elektroden leiten die Ströme ab, die bei der Reizleitung entstehen, so dass sie vom Gerät aufgenommen werden. Eine Elektrode registriert am so genannten Sinusknoten die Ströme, die bei der Erregungsbildung entstehen. Eine weitere Elektrode liegt am AV-Knoten, der für die Weiterleitung des Reizes von den Herzvorhöfen auf die Herzkammern zuständig ist.

Über die Elektroden sowie von außen kann aber auch eine Stimulation erfolgen, so dass ein Test erfolgen kann, ob sich bestimmte Herzrhythmusstörungen provozieren lassen.

Durchführung der Untersuchung

Die EPU (Elektrophysiologische Untersuchung) benötigt einige eingehende Voruntersuchungen wie EKG, Ultraschall und Röntgen. Die EPU läuft über einen Rechtsherzkatheter. Der Katheter wird nach örtlicher Betäubung in eine Leistenvene eingeführt und unter Röntgendurchleuchtung bis in das Herz hineingeschoben. Sind die Elektroden an den erforderlichen Stellen im Herz zum Liegen gekommen, können die Herzströme abgeleitet und verschiedene Tests erfolgen. Eine gezielte Provozierung von Herzrhythmusstörungen kann über Medikamente oder eine Defibrillation (Anwendung elektrischer Impulse) geschehen. Des Weiteren können über den Herzkatheter auch therapeutische Maßnahmen durchgeführt werden. So können abnorme Anteile des Erregungsleitungssystems verödet werden (Ablation). Nach der EPU wird der Katheter wieder entfernt.

Gibt es Risiken bei einer EPU?

Wenn über die Elektroden der elektrophysiologischen Untersuchung eine Stimulierung von Herzrhythmusstörungen erfolgt, spüren Patienten dies in der Regel als unangenehmes Gefühl. Hierbei können auch Schmerzen oder ein kurzer Bewusstseinsverlust (Synkope) eintreten. Die provozierten Taktstörungen können normalerweise durch Maßnahmen wie Wirkstoffgabe oder weitere elektrische Stimulation wieder beseitigt werden, selten muss ein Defibrillator angewendet werden. Ansonsten sind allgemeine Komplikationen nicht auszuschließen wie z. B. allergische Reaktionen, Blutungen oder Infektionen. In Ausnahmefällen können Gefäßverschlüsse (Thrombose, Embolie) hervorgerufen werden.

Information

Die Elektrophysiologische Untersuchung (EPU) ist eine diagnostische Methode aus der Kardiologie, einem Teilgebiet der Inneren Medizin.