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Behandlung der Rotatorenmanschetten-Ruptur (Sehnenrisse) durch minimal-invasive Naht
Eine Rotatorenmanschetten-Ruptur ist eine Verletzung der Schulter, bei der die Sehnen wichtiger Muskeln gerissen sind. Eine schmerzhafte Beeinträchtigung der Bewegung ist die Folge. Die Sehnen können aufgrund von Unfällen oder einer wiederholten Belastung in Mitleidenschaft gezogen werden und reißen.

Der Riss der Rotatorenmanschette wird durch eine Operation behandelt, die in aller Regel minimal-invasiv erfolgt, also nur kleine Zugänge benötigt. Die Sehnen werden mit einer Naht wieder befestigt. In einer modernen Technik werden resorbierbare (sich selbst auflösende) Fadenanker im Knochen dafür verwendet.

Rotatorenmanschette und Rotatorenmanschetten-Ruptur

Die sogenannte Rotatorenmanschette besteht aus Muskeln, die für die Drehbewegung der Schulter nach innen und außen sowie teils auch für die Streckung des Arms verantwortlich sind. Die Rotatorenmanschette stabilisiert das Schultergelenk. Drei Muskeln der Rotatorenmanschette sind hinsichtlich eines Sehnenrisses gefährdet:
  • Musculus supraspinatus
  • Musculus infraspinatus
  • Musculus subscapularis

Die Sehnen der Muskeln liegen innerhalb der Schulter und ziehen durch eine Art Tunnel unter dem Schulterdach. Eine wiederholte Überlastung lässt die Sehnen dieser Muskeln verschleißen und es kommt zur Rotatorenmanschetten-Ruptur. Am häufigsten ist die Sehne des Musculus supraspinatus betroffen.

Das Gelenk wird nach einem solchen Riss nicht mehr optimal zusammengehalten. Der Oberarmknochen wird nicht mehr an der richtigen Stelle gehalten. Die Beweglichkeit der Schulter nimmt ab und es kommt zu Schmerzen, insbesondere bei Bewegungen wie dem Heben des Armes. Doch auch in Ruhe sind Schmerzen oft zu spüren. Vor allem nachts kann das Betroffene plagen. Wird der Sehnenriss nicht behandelt, kommt es allmählich zu weiteren Schäden, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen. Muskeln an der Schulter bilden sich zurück. Der Arm lässt sich so kaum noch abspreizen.

Die Rotatorenmanschetten-Ruptur wird festgestellt durch eine Untersuchung der Bewegung und Beweglichkeit sowie durch bildgebende Verfahren (Röntgen, Ultraschall).

Die Sehnen lassen sich durch eine minimal-invasive Operation über eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) wieder zusammenfügen. Das ermöglicht wieder eine problemlose Beweglichkeit der Schulter ohne Schmerzen. Da die Sehnen meist nah am Knochen abgerissen sind, ist eine herkömmliche Naht oft nicht durchführbar, so dass spezielle Verankerungen im Knochen notwendig sind. Nicht in jedem Fall muss ein Riss der Rotatorenmanschette operiert werden. In einigen Fällen bestehen trotz der Ruptur noch nicht einmal Beschwerden, gerade bei älteren Personen kann dies der Fall sein. Auch Schmerzen sind nicht immer ein Anlass, eine Operation durchzuführen - manchmal hilft eine nichtoperative Behandlung mit Medikamenten und Physiotherapie.

Ablauf und Vorgehensweise

Die minimal-invasive Operation bei einer Rotatorenmanschetten-Ruptur erfolgt meist unter Vollnarkose. Über feine Einschnitte führt der Operateur zum einen eine Mini-Optik ein, um einen Einblick in die Schulter zu gewinnen, zum anderen bringt er Operationsinstrumente hinein. Die abgerissene Sehne wird wieder am Oberarmknochen (Oberarmkopf) verankert. Verwendet werden hier Knochenanker, die aus einem selbstauflösenden Material bestehen, also resorbierbar sind. Die Fadenanker weisen eine schraubenartige Struktur auf, die sie im Knochen halten. Die Anker halten andererseits die Fäden, die durch die Sehne geführt werden. Die Sehne wird somit am Knochen befestigt.

Ist zusätzlich der "Tunnel" zwischen Oberarmkopf und dem knöchernen Schulterdach verengt (Impingement-Syndrom), dann wird dies mit weiteren Operationsmaßnahmen behandelt. Ebenfalls über einen minimal-invasiven Zugang werden hier Anteile des Knochens abgefräst, um mehr Raum zu schaffen (Dekompression).

Mögliche Komplikationen des Eingriffs

Die Rate an Komplikationen bei der minimal-invasiven Operation der Rotatorenmanschetten-Ruptur ist eher gering. Normalerweise handelt es sich um keine schwerwiegenden Komplikationen. Blutungen und Nachblutungen sind möglich und Infektionen und Wundheilungsstörungen treten sehr selten auf. Nicht auszuschließen sind Nervenverletzungen oder eine Blutgerinnselbildung (Thrombose, Embolie). In einzelnen Fällen wird das Material der Fadenanker nicht vertragen, kommt es zu einer Fremdkörperreaktion oder hält der Anker nicht.

Nach der Operation

Das Schultergelenk muss nach der Operation ruhiggestellt werden. Nach zwei Wochen kann es langsam wieder bewegt werden, Patienten müssen aber noch einige weitere Wochen mit Einschränkungen rechnen. Bei körperlich belastenden Berufen kann die Krankschreibung mehrere Monate bis zu einem halben Jahr dauern. Die Dauer hängt auch von der Ausdehnung des Risses ab.

Physiotherapie unterstützt den Heilungsprozess und fördert längerfristig eine gute Beweglichkeit der Schulter. Die Physiotherapie erfolgt ebenfalls bis zu einem halben Jahr nach dem Eingriff.

Erfolgsaussichten der minimal-invasiven Behandlung einer Rotatorenmanschetten-Ruptur

Ein großer Teil der Patienten profitiert deutlich von der Operation mit Nahtverankerung der gerissenen Rotatorenmanschette. Die Beweglichkeit wird verbessert und die Schmerzen können beseitigt werden. Allerdings kommt es bei einigen Patienten wieder zu einer Verschlechterung, an der Sehne kann es erneut zu Defekten kommen.

Die Fadenanker lösen sich nach Monaten bis Jahren biologisch selbst auf, wenn die Sehnen längst verheilt sind.

In einigen Fällen ist es nicht mehr möglich, erfolgreich eine Naht der Rotatorenmanschetten-Ruptur anzulegen. Die Schäden der Sehne können sehr ausgedehnt sein, so dass die Anker-Methode nicht mehr funktioniert. Gleiches gilt für eine sehr stark vorgeschädigte und von Verschleiß betroffene Sehne. Hier müssen gegebenenfalls andere Methoden wie das Einsetzen eines Ballonimplantats vorgenommen werden.