Teilen:
Seite drucken
Kontakt
Schrift kleiner
mittlere Schriftgröße
Schrift größer
Seite empfehlen
 
Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) besteht, wenn Herzmuskelgewebe abstirbt. Meist entsteht der Herzinfarkt aufgrund einer Minderdurchblutung der Herzwand, die durch einen schwerwiegenden Verschluss der Herzkranzgefäße zustande kommt. Der Herzinfarkt ist ein Notfall, der umgehend behandelt werden muss. Neben der Gabe von Medikamenten wird meist eine Behandlung mittels Herzkatheter durchgeführt, um die betroffene Herzkranzarterie wieder ausreichend zu eröffnen. Einige Betroffene müssen reanimiert werden, weil sie ein Kammerflimmern bekommen.

 

Ursachen eines Herzinfarkts

Der Herzinfarkt resultiert aus einer stark verminderten Durchblutung des Herzmuskelgewebes über die Herzkranzarterien. Die Erkrankung, die für die Minderdurchblutung verantwortlich ist, ist die koronare Herzkrankheit (KHK). Eine Arteriosklerose betrifft dabei die Herzkranzarterien, deren Innenraum durch fortschreitende Ablagerungen (Plaques) verengt wird. Die Versorgung des Gewebes mit Blut und Sauerstoff ist vermindert. Auch kann es dazu kommen, dass die Ablagerungen in den Arterien aufreißen und sich Gefäßverschlüsse bilden (Thromben). Auslöser für ein solches Ereignis können körperliche Anstrengung, Stress und seelische Belastung oder stark erhöhter Blutdruck sein. Je nachdem, welche Arterie in welchem Ausmaß von einer zu starken Einengung oder Verlegung betroffen ist, variiert die Stelle und die Größe eines Herzinfarkts.

 

Koronare Herzkrankheit (KHK) und Arteriosklerose und somit der Herzinfarkt werden durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt. Viele dieser Faktoren liegen in einem ungesunden Lebensstil begründet. Zu den Risikofaktoren gehören Bluthochdruck (Hypertonie), Rauchen, starkes Übergewicht (Adipositas), ungesunde und fettreiche Ernährung, außerdem wird die Erkrankung durch Vorbelastung in der Familie und durch höheres Alter gefördert.

 

Symptome bei einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt)

Das wichtigste Symptom, das auf einen Herzinfarkt hinweist, ist die Angina pectoris. Es handelt sich um einen Schmerz in der Brustgegend, zu dem auch ein Engegefühl in der Brust kommt. Oft strahlen die Schmerzen zum Rücken, zum linken Arm oder zum Hals hin aus. Weitere Beschwerden, die beim Herzinfarkt auftreten können, sind ein starkes Angst- und Beklemmungsgefühl, ein Schwächeanfall, ein Schweißausbruch, Luftnot sowie Übelkeit oder Erbrechen. Ein Herzinfarkt ist in einigen Fällen nicht eindeutig und es können unklare Schmerzen und weitere Beschwerden auftreten. Bisweilen wird ein Herzinfarkt auch gar nicht bemerkt (stummer Infarkt).

 

Die Folgen eines Herzinfarkts können sehr schwerwiegend bis lebensbedrohlich sein. Etwa bei jedem zehnten Patient mit Herzinfarkt tritt ein Kammerflimmern ein, also ein überaus schneller Herzschlag, bei dem praktisch kein Blut mehr vom Herz gepumpt wird. Betroffene müssen sofort reanimiert werden. Weitere Herzrhythmusstörungen sind häufig die Folge eines Herzinfarkts, ebenso wie eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz), eine Erweiterung (Dilatation) oder eine Ausstülpung (Aneurysma) des Herzens.

 

Diagnose des Herzinfarkts

Der Herzinfarkt kann in vielen Fällen schon anhand der Symptome vermutet werden, die der Arzt in der Anamnese (Gespräch mit dem Patienten) erfragt. Das EKG (Elektrokardiogramm) ist meist aufschlussreich, manchmal fehlen aber auch charakteristische Anzeichen des Herzinfarkts. In der Blutuntersuchung geben unter anderem erhöhte Werte für CK, CK-MB, GOT, Troponin und LDH Hinweise auf einen Infarkt. Eine spezielle Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) zeigt weitere Auffälligkeiten und lässt oft den Ort des Infarkt innerhalb des Herzmuskels erkennen. Eine Röntgendarstellung der Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel (Koronar-Angiographie) kann Engstellen oder Verschlüsse aufzeigen.

 

Differenzialdiagnose

Viele andere Erkrankungen können ebenfalls Schmerzen in der Brustgegend und weitere Symptome eines vermeintlichen Herzinfarkts verursachen. Dazu gehören diverse Erkrankungen der Lunge, der Bauchorgane oder der Wirbelsäule. Ein Herzinfarkt muss ausgeschlossen werden.

 

Therapie bei einem Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt ist ein akuter Notfall. Der Patient bekommt umgehend Wirkstoffe, nämlich Nitrate (als Spray oder Kapsel unter die Zunge), die die Blutgefäße erweitern, und Schmerzmittel. Ebenfalls werden Acetylsalicylsäure (ASS) und Heparin zur Gerinnungshemmung sowie Beta-Blocker und ACE-Hemmer zur Förderung der Herzversorgung gegeben.

 

Möglichst muss die Blutversorgung des Herzmuskels über die Herzkranzarterien wiederhergestellt werden. Medikamente, die das Blutgerinnsel auflösen, können eingesetzt werden (Lyse-Therapie). Häufig wird das Herzkranzgefäß aber über einen Herzkatheter wieder weit gemacht. Der Herzkatheter wird mit der Spitze durch Arterien bis an die Engstelle im Herzkranzgefäß geführt. Dort wird ein kleiner Ballon aufgeblasen, der das Gefäß dehnt (Perkutane transluminale Coronar-Angioplastie, PTCA). Damit das Gefäß von innen offen gehalten wird, wird ein spezielles Drahtgitter eingeführt (Stent).

 

Nach einem durchlittenen Herzinfarkt erfolgt meist eine Anschlussheilbehandlung. Über längere Sicht werden Medikamente gegen die koronare Herzkrankheit (KHK) gegeben.

 

Prognose

Nach einem Herzinfarkt sind Todesfälle nicht immer zu verhindern. Bis zu einem Viertel der Betroffenen stirbt innerhalb eines Tages nach dem Infarkt, in den folgenden Tagen und Wochen besteht weiterhin eine Gefahr von Komplikationen mit tödlichem Ausgang. Umso wichtiger ist die Vorbeugung. Patienten sollten eine gesunde Lebensweise einhalten mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung (soweit erlaubt) und einem Verzicht auf das Rauchen.