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Eierstock-Erkrankungen

Gutartige Erkrankungen am Eierstock

Der Eierstock (Ovar) gehört zu den inneren Geschlechtsorganen der Frau. Im Eierstock reifen die Eizellen heran, von denen beim Eisprung jeweils eines abgegeben wird. Funktionierende Eierstöcke sind daher unentbehrlich für die weibliche Fruchtbarkeit. Die beiden Eierstöcke sitzen seitlich innerhalb des Beckens in der Nähe der Gebärmutter.

Eine häufige Erkrankung ist das Auftreten von Eierstockzysten. Zysten sind Hohlräume, die mit einer Flüssigkeit gefüllt sind. An den Eierstöcken kommen verschiedene Formen von Zysten vor. Neben den Zysten gehören folgende Krankheitsbilder zu den häufigeren Problemen der Eierstöcke:
  • Gutartige Tumore
  • Störungen der Eierstockfunktion (Ovarialinsuffizienz)
  • Fertilitätsstörungen (Unfruchtbarkeit)
  • Eierstockentzündung (Oophoritis)
  • Störungen des Hormonhaushalts
  • Endometriose (Gewebe der Gebärmutterschleimhaut an falscher Stelle)

Des Weiteren können sich vom Eierstock ausgehend bösartige Tumore bilden (Ovarialkarzinom). Dies muss von den weitaus häufigeren gutartigen Erkrankungen abgegrenzt werden.

Eierstockzysten sind meist gutartig

Eierstockzysten (Ovarialzysten) können in verschiedenen Varianten auftreten. In den allermeisten Fällen sind Eierstockzysten gutartig. Grundsätzlich lassen sich die funktionellen Zysten von den angeborenen Zysten, welche weitaus seltener sind, unterscheiden.

Zu den funktionellen Zysten gehören:
  • Follikelzyste (Zyste am Eibläschen nach ausbleibendem Eisprung)
  • Corpus-luteum-Zyste (Zyste des sogenannten Gelbkörpers nach dem Eisprung)
  • Luteinzyste (entsteht oft nach einer Hormontherapie bei Fruchtbarkeitsstörungen)
  • Schokoladenzyste (blutgefüllte Zysten aufgrund der Erkrankung Endometriose)
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO, ein Krankheitsbild, bei dem sich viele Eierstockzysten bilden)

Angeborene Eierstockzysten sind unter anderem die Dermoidzyste und die Parovarialzyste (Nebeneierstockzyste).

Insbesondere kleinere Zysten machen sich oft nicht durch Beschwerden bemerkbar. Daher werden sie häufig bei Untersuchungen zufällig gefunden. Wenn Eierstockzysten Symptome verursachen, dann zeigen sich häufig Menstruationsstörungen (verstärkte oder ausbleibende Blutungen) oder Schmerzen. Starke Schmerzen sind oft die Folge, wenn Bläschen aufplatzen und die Bauchhöhle durch das austretende Sekret gereizt wird, oder einer Verdrehung (Stieldrehung), bei dem der Eierstock absterben kann.

Um Zysten festzustellen, wird neben der Abtastuntersuchung ein Ultraschall über die Scheide durchgeführt (vaginale Sonographie). Auch die Blutwerte sind aufschlussreich. Eine Behandlung ist nicht immer notwendig, denn oft verschwinden bestimmte Zysten (Follikelzyste, Corpus-luteum-Zyste, Luteinzyste) von alleine. Bildet sich der Befund auch nach zwei bis drei Monaten nicht zurück oder verursacht Beschwerden, dann ist eine Hormonbehandlung angezeigt. Kommt es darunter zu keiner Rückbildung, dann ist eine Operation ratsam, ebenso wie bei bestimmten beständigen Zysten (Dermoid, Endometriose) oder beim Verdacht auf einen bösartigen Tumor. Über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) oder in komplizierten Fällen über einen Bauchschnitt (Laparotomie) werden die Wucherungen entfernt, gegebenenfalls mitsamt umgebendem Gewebe.

Andere gutartige Wucherungen am Eierstock

Unterschiedliche weitere gutartige Tumore können am Eierstock auftreten. Zu diesen gehören das Fibrom, das Teratom und andere Keimzelltumore. In Untersuchungen wie dem Ultraschall kann oftmals gut eingeschätzt werden, ob ein gutartiger Tumor vorliegt. Manchmal ist jedoch eine Bauchspiegelungs-Operation (Laparoskopie) notwendig, um den Befund eindeutig festzustellen.

Wenn die Funktion des Eierstocks eingeschränkt ist

Eine Ovarialinsuffizienz beschreibt eine Funktionsstörung des Eierstocks. Tritt diese deutlich vor den Wechseljahren bei jüngeren Frauen auf, dann kommt es zu Symptomen wie dem Ausbleiben der Regelblutung, Abgeschlagenheit, Libidoverlust und Unfruchtbarkeit. Die Ovarialinsuffizienz entsteht durch Einwirkungen von außen, durch eigene Erkrankungen oder ist genetisch bedingt (chromosomale Störungen). Die Eibläschen und Eizellen sind entweder nicht angelegt oder gehen frühzeitig zugrunde. Eine Zeugungsfähigkeit kann nur in äußerst wenigen Fällen erreicht werden.

Eine Unfruchtbarkeit bei der Frau kann allerdings verschiedenste Ursachen haben. Die möglichen Gründe reichen von Erkrankungen am Eierstock wie Zysten oder Entzündungen, angeborenen Krankheiten und Störungen im Hormonhaushalt bis hin zu Einwirkungen von außen.

Entzündungen sind oft bakteriell bedingt

Eine Entzündung des Eierstocks, in der Fachsprache Oophoritis genannt, kann durch eine Infektion (häufig mit Bakterien) oder durch allgemeine Erkrankungen mit fehlgeleitetem Immunsystem (Autoimmunkrankheiten) zustande kommen. Meist besteht die Eierstockentzündung zusammen mit einer Eileiter-Entzündung (Salpingitis), dies wird zusammen als Adnexitis bezeichnet.