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Chest Pain Unit

Einrichtung für Notfallpatienten mit Brustschmerzen

Die Chest Pain Unit (CPU) ist eine Einrichtung, die der gezielten Versorgung von Notfallpatienten mit Brustschmerzen dient. Akute Brustschmerzen sind ein Symptom, das ein Hinweis auf eine gefährliche bis lebensbedrohliche Erkrankung sein kann.

Sehr ernste Krankheitsbilder wie:
  • Herzinfarkt,
  • Lungenembolie (Verlegung eines Blutgefäßes in der Lunge) oder
  • Aortendissektion (Zerreißung der Hauptschlagader)
     
können sich durch Schmerzen in der Brust ankündigen.

Häufig stecken aber auch harmlose Störungen hinter den Brustschmerzen. Da es beispielsweise beim Herzinfarkt darauf ankommt, rechtzeitig die erforderlichen Behandlungsmaßnahmen durchzuführen, ist die Chest Pain Unit (CPU) als Notfalleinrichtung sehr vorteilhaft.
Versorgung
In der CPU werden Patienten mit akuten Brustschmerzen rund um die Uhr versorgt und können im Sinne einer Intensivstation eingehend überwacht und behandelt werden. Erforderliche Maßnahmen können ohne große Zeitverzögerung durchgeführt werden.

Bei Brustschmerzen wird die Ursache abgeklärt, indem Untersuchungen wie EKG, Herzultraschall (transthorakale und transösophageale Echokardiographie), Labordiagnostik oder gegebenenfalls eine Computertomographie vorgenommen werden. Herzkatheteruntersuchungen und -behandlungen sowie notfallmäßige Operationen sind jederzeit möglich. Alle vier Behandlungsplätze der Chest Pain Unit bieten bei Bedarf die Möglichkeit der künstlichen Beatmung sowie auch der Dialyse (Blutwäsche).

Angesichts der Häufigkeitsverteilung der oben genannten lebensbedrohlichen Erkrankungen hat die Chest Pain Unit einer Klinik vor allem für Patienten mit akutem Herzinfarkt eine zentrale Bedeutung. Der Herzinfarkt zählt trotz relativ dichter Versorgung mit spezialisierten Behandlungszentren noch immer zu einer der führenden Todesursachen in unserer Gesellschaft.

Die Akutversorgung eines Herzinfarktpatienten besteht darin, die verschlossene Herzkranzarterie möglichst sofort wieder durchgängig zu machen (Rekanalisierung). Dieser Eingriff geschieht interventionell (gestützt durch einen Herzkatheter). Dabei wird die meistens durch ein Blutgerinnsel verschlossene Herzkranzarterie von innen mit einem zarten Führungsdraht sondiert. Das Gerinnsel wird abgesaugt und ein Stent (eine metallische Gefäßstütze von innen) wird implantiert, um den Blutfluss und den natürlichen Querschnitt des Gefäßes wiederherzustellen. Diese Behandlung heißt primäre perkutane Coronar-Intervention (PCI). Je rascher diese Therapie innerhalb der ersten Stunden nach Eintritt des Herzinfarktes erfolgt, desto geringer ist der zu erwartende Untergang an Herzmuskelgewebe durch den Infarkt. Je länger es dauert, bis der unterbrochene Blutfluss zum Herzmuskel wiederhergestellt ist, desto größer ist hingegen der Anteil des betroffenen Herzmuskelabschnitts, der vom Infarkt zerstört wird, und desto stärker ist die Pumpfunktion des Herzmuskels herabgesetzt (Herzinsuffizienz). Die verschlechterte Pumpfunktion des Herzmuskels durch einen großen Infarkt kann die künftige körperliche Belastbarkeit erheblich einschränken.

Bisher konnten nur die Folgen der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und des Herzinfarkts mit Medikamenten gelindert werden. Eine kausale (auf die Ursache bezogene) Therapie war nicht möglich. Das Kardiocentrum Frankfurt an der Klinik Rotes Kreuz ist eines der ersten Herzzentren in Deutschland, die eine Stammzellentherapie als Behandlungsmaßnahme nach Herzinfarkt etabliert haben. Die Stammzellentherapie ist eine neue Behandlungsmethode für Patienten mit einem großen Herzinfarkt und einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Die körpereigenen Stammzellen werden zunächst aus dem Knochenmark des Beckenknochens entnommen (Knochenmarkbiopsie). Die Zellen werden aufbereitet und im Rahmen eines Herzkathetereingriffs in die Herzkranzarterie eingebracht (intrakoronare Transfusion)