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Arthroskopische Akromioplastik zur Behandlung des Impingement-Syndroms
Das Impingement-Syndrom ist ein Krankheitsbild an der Schulter, das durch eine Einengung bedingt ist. Sehnen innerhalb der Schulter werden eingezwängt und schmerzen. Die Enge betrifft den Tunnel unterhalb des Schulterdaches.

Dieses Krankheitsbild der Schulterenge lässt sich durch eine minimal-invasive Operation behandeln, also mittels einer Gelenkspiegelung beziehungsweise Schlüssellochchirurgie. Der Vorgang wird als arthroskopische Akromioplastik bezeichnet. Knochensubstanz wird abgetragen, um den Raum unter dem Schulterdach zu erweitern. Zu den Maßnahmen der arthroskopischen Akromioplastik gehört auch die Entfernung des Schleimbeutels (Bursektomie). Der schonende Eingriff bewirkt, dass wieder mehr Raum innerhalb des Schultertunnels geschaffen wird und die Schmerzen verschwinden.

Weitere Begriffe für diese Behandlung sind subakromiale Dekompression und Operation nach Neer.

Was ist das Impingement-Syndrom?

Bei einem Impingement-Syndrom (Schulterenge, Engpass-Syndrom) besteht zu wenig Platz zwischen dem knöchernen Schulterdach und dem Oberarmknochen. Der eingeengte Schultertunnel drückt stark auf Sehnen wie die Supraspinatus-Sehne und auf die dortigen Schleimbeutel. Schmerzen entstehen, die bewegungsabhängig sind, aber auch in Ruhe vorhanden sein können. Die Beweglichkeit in der Schulter ist vermindert.

Zum großen Teil handelt es sich um Verdickungen an den Knochen, die zu dem Engpass führen. Doch auch andere Gründe wie entzündete Sehnen oder Schleimbeutel oder auch eine Arthrose (Verschleiß) des Schultergelenks können am Impingement-Syndrom beteiligt sein. Verletzungen der Schulter können ebenfalls ein Impingement-Syndrom verursachen.

Die Diagnose Impingement wird anhand der Beschwerden (Anamnese) und der klinischen Untersuchung mittels verschiedener Tests gestellt. Genaueren Aufschluss bieten bildgebende Verfahren (Röntgen, Ultraschall) sowie dann die Spiegelung des Schultergelenks (Arthroskopie).

Ein operativer Eingriff zur Akromioplastik erweitert den Tunnel (Dekompression). Vor allem ist die Operation angezeigt, wenn strukturelle Veränderungen wie Knochenausziehungen die Ursache für das Impingement sind. Die Operation dient dazu, die Schmerzen und die Bewegungseinschränkung zu beseitigen.

Ablauf und Vorgehensweise

Die Operation der Akromioplastik geschieht meist unter Vollnarkose. Für den minimal-invasiven Eingriff erfolgen kleine Einschnitte an der Schulter. Eine Mini-Optik wird eingeführt, so dass der Operateur auf einem Bildschirm Einblick in das Innere der Schulter erhält. Über einen weiteren Einschnitt wird das Operationswerkzeug eingeführt.

Mit feinen Fräswerkzeugen schleift der Operateur einige Millimeter vom Knochen (Schulterdach) ab. Die enge Durchführung für die Sehne bekommt mehr Raum. Eine Spülung befördert die abgetragenen Knochenstückchen heraus. Zudem nimmt der Operateur etwaige entzündete Schleimbeutel heraus (Bursektomie). Störende Verkalkungen werden ebenfalls beseitigt.

Ein Band der Schulter, das Ligamentum coraco-acromiale, lässt sich zusätzlich herausnehmen, so dass der Zug auf das Schulterdach abnimmt. Das kann den Platz innerhalb der Schulter noch erweitern.

Häufig wird die Akromioplastik mit weiteren Maßnahmen an der Schulter kombiniert wie beispielsweise einer Knochenabtragung am Schultereckgelenk.

Sehr selten kann eine Akromioplastik nicht arthroskopisch beziehungsweise minimal-invasiv durchgeführt werden. Bei anatomisch sehr ungünstigen Voraussetzungen oder im Rahmen größerer Eingriffe kommt es vor, dass die Akromioplastik mittels offener Chirurgie erfolgen muss.

Im Anschluss wird bei Bedarf eine Drainage eingeführt, die Flüssigkeit und Blutreste auffängt. Das Gewebe wird vernäht und die kleinen Wunden werden mit einem Verband versorgt.

Mögliche Komplikationen

Der Eingriff zur arthroskopischen Akromioplastik hat, wie alle Operationen, einige mögliche Komplikationen. Blutungen und Nachblutungen sind möglich, aber selten und normalerweise leicht. Zu den Risiken gehören Infektionen und Wundheilungsstörungen, beides kommt sehr selten vor. Eine Blutgerinnselbildung (Thrombose, Embolie) ist ebenfalls nicht auszuschließen. Schäden an Nerven sind manchmal möglich, normalerweise betrifft es keine bedeutsamen Nervenbahnen. Insgesamt handelt es sich bei der arthroskopischen Akromioplastik um einen vergleichsweise kleinen und schonenden Eingriff mit geringeren Risiken.

Nach dem Eingriff

Eine spezielle Fixierung des Arms ist nach dem Eingriff nicht notwendig. Die Schulter sollte weitgehend geschont werden, aber im Rahmen der Schmerzen kann die Schulter normal bewegt werden. Mit Physiotherapie wird die Beweglichkeit der behandelten Schulter gefördert. Kühlen fördert den Heilungsprozess.

Patienten werden nach dem Eingriff circa eine Woche krankgeschrieben, sofern sie keine körperlichen Tätigkeiten im Beruf ausüben müssen. Leichte Arbeiten sind nach zwei bis drei Wochen möglich. Mit einer Arbeit, die die Schulter schwer belastet (beispielsweise Bautätigkeit oder Über-Kopf-Tätigkeit), kann nach vier bis sechs Wochen wieder begonnen werden.

Ähnliches gilt für verschiedene Sportarten. Schwimmen, Tennis oder Handball sind beispielsweise sehr belastend, hier sollte mindestens acht Wochen gewartet werden. Eher möglich ist beispielsweise Joggen, das oft schon nach drei Wochen wieder ausgeübt werden kann. Immer sollte eine Absprache mit dem Arzt erfolgen.

Erfolgsaussichten der arthroskopischen Akromioplastik

Die Behandlung des Impingement-Syndroms durch die minimal-invasive Dekompressions-Operation führt zumeist zu einer Linderung der Beschwerden. Gegenüber dem offenen Verfahren der Operation führt die minimal-invasive Methode nach dem Eingriff zu geringeren Schmerzen und Komplikationen. Die Schulter ist rascher beschwerdefrei und wieder gut beweglich. Entfernte Schleimbeutel bilden sich innerhalb einiger Wochen erneut und stellen die reibungslose Bewegungsfunktion der Schulter sicher. Nur in Ausnahmefällen ist es möglich, dass die Beschwerden weiterhin nach der Operation bestehen, z. B. wenn sich Komplikationen entwickelt haben.

Beschreibung

Beim Impingement-Syndrom plagen Schmerzen den Patienten, die in der Schulter durch eine räumliche Enge entstehen. Eine effektive und schonende Behandlung erfolgt durch eine minimal-invasive (arthroskopische) Akromioplastik.